Dass es sich nicht auszahlt, sein Taschengeld einfach unter sein Kopfkissen zu legen und zu hoffen, dass es sich dadurch vermehrt, ist bekannt. Dass es nicht profitabel ist, sein Geld einfach auf einem Sparbuch bei der Bank zu parken, sollte nach dem lang anhaltenden niedrigen Zinsniveau ebenfalls bekannt sein. Was also kann man als Schülerin oder Schüler eigentlich noch tun, wenn man sein Geld nicht mehr „für sich arbeiten“ lassen kann?

In unserer neuen Wirtschafts-AG überprüfen wir zwei Antworten auf diese Frage.

Zum einen haben wir uns wie in der Serie „Höhle der Löwen“ den Kopf zerbrochen, wie man mit der Entwicklung und Vermarktung einer „innovativen Idee“ sein Glück machen kann. Dass der Weg dahin gar nicht so einfach ist, zeigt der Prüfstein des Deutschen Gründerpreises für Schülerinnen und Schüler. Im Rahmen des Wettbewerbs wird von einem Gründerteam aus Schülerinnen und Schülern der Klasse 9 ein Expertennetzwerk aufgebaut und die Grundidee weiterentwickelt.

Gute Ideen zu haben ist eine Sache – aber sind es Ideen aus denen sich etwas machen lässt? Ist die Idee wirklich innovativ oder gibt es das (in anderer Form) schon? Welche Schwierigkeiten bei der Rohstoff Material Zulieferung könnten auftreten? Und vor allem: wer könnte mein Angebot überhaupt wollen – gibt es einen Markt und wie groß ist er?

Dass der Teufel im Detail steckt, wird bei dem Wettbewerb jedem jungen Gründer schnell bewusst und die tollen Ideen (Sicherheits-Gadgets für Kleinkinder, Digitales Bezahlsystem für Minderjährige, Anti-Transpirationsspray für Hände) werden so einem ernüchterndem Realitätscheck unterzogen – man ist gezwungen seine Ideen zu überarbeiten, anzupassen oder Alternativen zu suchen. Aber eben das ist der Lerneffekt – dass ein Konzept wichtig ist, dass Zeitmanagement und Teamarbeit essenziell sind – und vor allem, dass der unbedingte Glaube an seine Idee nicht durch die vielen Hürden umgeworfen werden darf. Klingt hart – und ist auch so. Aber nur durch innovatives geistiges Kapital, Unternehmergeist und Arbeit kann in der Realwirtschaft Mehrwert geschaffen werden!

Nur gut, dass es noch einen einfacheren Weg gibt, seine Brötchen zu verdienen: unsere Teilnahme an einer Börsensimulation auf der Grundlage von Aktienkursen von 300 unterschiedlichen Aktien: einfach mal 100.000€ nehmen und sie in seine Lieblingsfirmen investieren: 20.000€ in die Coca Cola Aktie, 50.000€ in Facebook und dann nochmal dank Insidertip 30.000€ in die Deutsche Wohnen als Put-Optionsschein – gut das war`s: jetzt einfach noch etwas Börsennews auf NTV gucken und dann ab ins Bett. Klingt gut oder? – ist es auch…aber nur solange die Wetten, die man soeben abgeschlossen hat aufgehen. Hat Mark Zuckerberg sich aufgrund der Zeitverschiebung für uns unbemerkt über Nacht einen weiteren Datenskandal geleistet und so seiner Aktie eine Talfahrt beschert, so gibt es am nächsten Tag bei Börsenbeginn ein böses Erwachen und man muss sehen, wie man die Verluste wieder reinholt…oder besser es aussitzt, denn wie man mittlerweile ja weiß, ist Zuckerberg jemand, der sich aus seinen misslichen Lagen, und denen seiner Aktionäre, wieder herauswinden kann.

Auch hier zeigt sich, dass man das Geld nicht einfach für sich arbeiten lassen kann, sondern dass man die aktuellen Entwicklungen weltweit verfolgen muss. Die Frage nach dem Mehrwert der Finanzwirtschaft stellen wir uns in diesem Fall nicht - aber wir halten es ganz nach dem amerikanischen Journalisten und Biographen Ron Chernow: „Eine sehr schöne Sache bei der Investition in die Börse ist, dass Sie alles über die verschiedenen Aspekte der Wirtschaft erfahren. Es ist das Fenster in eine sehr große Welt.“

Achim Werner (AG-Leiter Wirtschaft)