Drei Bühnentage in der Bonner Brotfabrik mit 10 Weltpremieren und alle Gruppen erfahren den Titel ihrer Inszenierung erst 240 Stunden vorher. Aber damit nicht genug: auch eine Zusatzaufgabe muss bewältigt werden.
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Das ist auf jeden Fall die richtige Herausforderung für unsere ehemaligen theaterbegeisterten Schü-lerinnen und Schüler, dachten sich Götz Maier und Christiane Jost, die daraufhin 13 Ehemalige für dieses ambitionierte Projekt begeistern konnten. Und das war die Geburtsstunde von AnnoAct mit
Severin Baltes, Giulia Bornée, André Büchel, Evangelia Deliou, Lea Franz, Laura Janik, Catrin Mül-ler, Nadine Prahl, Barbara Sell, Frederick Stech, David Stegmaier, Vincent Sträßer.
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Mit dem Titel „Hierzu existieren keinerlei Eintragungen“ und der Zusatzaufgabe, möglichst viele Zitate der Literatur einzubauen, gewann AnnoAct den Publikumspreis des Festivals und setzte sich damit gegen neun weitere Theatergruppen durch.
Mit der ewig gültigen Frage nach dem „Was die Welt im Innersten zusammenhält“ beschäftigten sich auf der Bühne zehn ganz unterschiedliche Charaktere in einer Art Versuchsanordnung. Die ehemaligen Schülerinnen und Schüler schrieben die Texte dazu souverän selbst, verwoben diese miteinander und brachten sie dann mit großer Spielfreude auf die Bühne. Die Inszenierung wurde unterstützt von einer Videoinstallation, die Severin Baltes kreierte.
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Die Freude über den Preis war bei allen Beteiligten riesengroß. Und eines ist klar: Der Titel wird im nächsten Jahr verteidigt, wenn es wieder heißt: Ihr habt genau 240 Stunden Zeit, ein Stück auf die Bühne zu bringen.

                                        
Text: Christiane Jost
Fotos: Fotos Andreas Wichmann / Meike Böschmeyer