Annonianerinnen und Annonianer auf den Spuren der Römer im Rheinland.
Quo vadis, Europa? 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer müssen wir erleben, wie in Europa wieder mehr Grenzen errichtet als eingerissen werden. Die europäische Idee scheint an Zugkraft verloren zu haben und wir fragen uns, in welche Richtung sich Europa entwickeln wird. Haben wir die Fundamente unseres Kontinentes vergessen?
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„Wohl wahr, ihr habt die Mauern nicht vernachlässigt, aber ihr habt sie um euer gesamtes Reich herumgeführt, nicht nur um eure Stadt. Ihr habt sie so weit außerhalb errichtet, wie es nur möglich war, durchaus prächtig und eures Namens würdig, sehenswert für jene, welche innerhalb dieses Ringes wohnen.“ So schreibt der griechische Rhetor Aelius Aristides in Kapitel 80 seiner Romrede des Jahres 155 n.Chr. Wahrlich beeindruckend war die Außengrenze, die die Römer von Spanien über Nordafrika, den Nahen Osten, durch Europa bis nach Schottland zogen, wahrlich beeindruckend ihr Limes. In dieses unermessliche Gebiet brachten sie Gewalt, Mord und Totschlag, aber auch Kultur, Wissen und Fortschritt, eine Lebensweise, die uns bis heute prägt und in unseren Städten bis heute sichtbar ist in Spuren, die entschlüsselt werden wollen.


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Das Fach Latein möchte vertiefende Einblicke in diese geistesgeschichtlichen, historischen und sprachlichen Prägungen des modernen Europa ermöglichen. Der Blick in diese ferne Welt möchte zu einer wertvollen Reflexion unserer eigenen Identität hier im Rheinland beitragen.
Aus diesem Grund machten sich unter Führung der Fachschaft Latein alle siebten Klassen auf den Weg in die RömerWelt am caput limitis in Rheinbrohl. Nach dem Überschreiten des Limes erfuhren die Annonianerinnen und Annonianer in spannenden Erlebnisführungen, wie die Römer an den Rhein kamen und wie sie hier lebten. Im Kräutergarten kosteten sie selbst die angepflanzten Kräuter und lernten in der Backstube die historischen Öfen sowie Zubereitungsarten des Essens kennen. An Mühlsteinen spürten sie hautnah, wie beschwerlich die Zubereitung eines einfachen Brotes war, und beim Gang zur öffentlichen Latrine, wie gut sich nach dem Essen „Geschäfte machen“ ließen. Höhepunkt des Besuches war sicherlich der Einblick in die Mannschaftsstuben

Alexander Weber