Der Deutschkurs der Q1 von Herrn Hellmann besuchte die Ausstellung „Goethe – Verwandlung der Welt“ in der Bundeskunsthalle in Bonn. Thematisch knüpfte der Besuch an die Unterrichtsreihe zu Faust I an. Die Ausstellung veranschaulicht Goethes Werk und seine Biografie im Horizont der frühen Moderne sowie die einzigartige Rezeptionsgeschichte seines Wirkens. Wir als Kurs hatten die Möglichkeit, an einer Führung teilzunehmen, die uns in der kurzen Zeitspanne von einer Stunde einen Überblick über die wichtigsten Themen gab.

Goethe1HP

Die Ausstellung geht beeindruckend auf die Person Goethes ein, indem in neun Kapiteln Goethes Leben und Werk sowie der Epochenhorizont seiner Zeit – von 1749, dem Jahr seiner Geburt, bis zu seinem Tod im Jahr 1832 aufgegriffen werden. Hier werden zentrale biografische Wendepunkte und Ereignisse sowie einige seiner bekanntesten Werke dargestellt. Besonders interessant war für uns, mit welchen maßgeblichen Fragestellungen der Zeit sich Goethe intensiv auseinandergesetzt hat. Auch Goethes breit gefächertes Interesse, nicht zuletzt für Bereiche der Wissenschaft, war uns vorher nicht bekannt gewesen. Hier ist besonders der Bereich der Farbenlehre zu nennen, in welchem Goethe erstaunlicherweise auch zu ganz neuen Theorien und Erkenntnissen gelangen konnte, obwohl er uns eigentlich weitestgehend nur als Dichter bekannt war. Sehr interessant war für uns neben den vollkommen unterschiedlichen Umsetzungen Fausts, die hier dargestellt wurden, das Gemälde von Tischbein. Dieses fand beim Dichter, anders als die meisten anderen Porträtgemälde Gefallen und war gar als sein Lieblingswerk bekannt. Besonders kurios war hierbei, dass die Darstellung Goethes zwei linke Füße zeigt.

Goethe2HP

Durch die vielseitigen Exponate von Malereien, Skulpturen, Grafiken, Fotografien, Theater, Film- und Tondokumenten war es uns auf anschauliche Weise möglich, die einzelnen Kapitel der Ausstellung zu verstehen und auch mit Interesse das Leben Goethes zu ergründen. Die wechselvolle Rezeptionsgeschichte seines Werks wie auch seiner Person bildete einen wichtigen Ausgangspunkt für Fragen nach der Aktualität Goethes. Genau dieser Aktualität geht die Ausstellung weitestgehend nach, wodurch wir bestimmte Themen, die Goethe beschäftigten, auch auf unser Leben übertragen konnten. Dadurch wird letztlich auch die Zeitlosigkeit der Werke deutlich und warum es sinnvoll ist, auch heute Werke wie „Faust“ auch in der Schule zu behandeln. Im Hinblick auf diese Unterrichtsreihe konnte uns die Ausstellung sowie die Führung zusätzlich motivieren, uns ausgiebig mit diesem Werk zu befassen, da uns dessen Bedeutung bewusst werden konnte. Es wäre nur noch mehr Zeit nötig gewesen, um sich mit all den Aspekten von Goethes Leben und Werk ausgiebig zu beschäftigen.

Ole Römer, Q1