Die Rettungsgeschichte der jüdischen Familie Bernauer durch ihre Urgroßeltern hat Nora Weeg, Schülerin des Anno-Gymnasiums, bereits mehrfach in Vorträgen vorgestellt. Nun wurden ihre Recherchen veröffentlicht in der Gedenkschrift „Menschliche Lichtblicke in dunkler Zeit“ im Rahmen der Schriftenreihe des Fördervereins Gedenkstätte Landjuden an der Sieg e.V.

Somit werden die Ereignisse von damals zu einem Dokument der Erinnerung. Hier wird eine Geschichte aus der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur wiedergegeben, die Mut machen kann und die aufzeigt, dass es auch Zeichen der Menschlichkeit in dieser unmenschlichen Zeit gab: „Lichtblicke“ – so wie es auch der Titel der Schrift deutlich macht.

Schulpfarrerin Annette Hirzel hat die Familienrecherche Noras eingebettet in den historischen Kontext, so dass ein umfassendes Zeugnis entstand, das auch zu pädagogischen Zwecken eingesetzt werden kann.

In einer Pressekonferenz im Siegburger Kreishaus wurde die Gedenkschrift der Öffentlichkeit vorgestellt. Landrat Frithjof Kühn würdigte das Engagement Noras und den nachhaltigen Wert ihrer Recherchearbeit. Von Schulpfarrerin Annette Hirzel wurde die gute Zusammenarbeit mit dem Kreisarchiv, insbesondere mit Kreisarchivarin Dr. Claudia Maria Arndt herausgehoben.

Nora machte auf der Pressekonferenz deutlich, dass es nicht nur um die Aufarbeitung von Vergangenheit gehe, sondern auch darum, das damalige Zeichen von Zivilcourage auf die heutige Zeit zu übertragen. Jugendliche können durch das beispielhafte Verhalten von Noras Urgroßeltern erkennen, dass es auch heute wichtig ist, Standhaftigkeit zu beweisen, Diskriminierungen zu verhindern und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.

Somit wird aus der Geschichte aus der Vergangenheit ein Auftrag für die Zukunft.

Dieses Heft 4 der Reihe GedenkSchriften, herausgegeben vom Förderverein der Gedenkstätte Landjuden, ist im Rheinlandia-Verlag erschienen und beim Archiv des Rhein-Sieg-Kreises im Kreishaus Siegburg für 7 € erhältlich.

Cordula Engel